UBI et orbi oder …

Meine olle Funke

… die Funkscheine SRC & UBI
Ein klein wenig gesegnet fühle ich mich schon, denn so einen Funkschein macht man (ich zumindest) nicht mal so en passant. Wobei es natürlich zwei Funkscheine waren, für die ich gebüffelt habe: UBI und SRC – die Funkzeugnisse die es braucht, um Binnen- und küstennahe Gewässer funktechnisch bedienen zu dürfen. Am 6. November ging es los, die Prüfung war am 8. Dezember. Der Zeitraum war nicht zu üppig: vier Doppelstunden die Woche, über vier Wochen verteilt. Einen Tag die Woche 2 Stunden UBI, den zweiten Tag zwei Stunden SRC. Da ich eine schreckliche Männergrippe hatte, habe ich zwei Einheiten verpasst. Das war nur deshalb kein Problem, weil ich zuhause ohnehin meinen eigenen Übungsplan durchgezogen habe und die beste Ehefrau von allen mich täglich! abgefragt hat. Und zwar vor allem Vokabeln.

Wenn der eine oder andere von Euch auch plant, SRC und UBI in einer kombinierten Form zu erwerben – nehmt Euch genügend Zeit dafür! Für den SRC ist es unerlässlich, Vokabeln zu pauken. Es sei denn Ihr wisst ad hoc, dass “superstructures” Eure Decksaufbauten sind und Ihr nicht gleich “unconscious” werdet, wenn Ihr erfahrt, dass die “light and whistle buoy is reported unlit”. Es sind nicht so viele Vokabeln, die man büffeln muss. Doch besser ist es, man lernt sie gründlich. Gut für die abzusetzenden Funksprüche (SRC) und für das Diktat in der Prüfung. Mein Lieblingssatz war und ist: “Drizzle at times” (zeitweise Sprühregen). “Drizzle”, was für ein schönes (und treffendes) Wort. Schockiert hat mich, dass “underway” tatsächlich die korrekte Übersetzung von “unterwegs” ist. Zumindest, wenn auf dem Meer Hilfe unterwegs ist. Sagt zwar sonst keiner, aber es ist nicht falsch. Unbelievable.

Ebenfalls unerlässlich ist das NATO-Buchstabieralphabet und das Wissen, dass Zahlen nicht einfach englisch ausgesprochen werden. So ist z. B. neun, bzw. “nine”, mit “niner” zu Buchstabieren. Und noch einige andere Lustigkeiten, wie die Aussprache von “MayDay” als “MähDäh”. Schaurig, aber so ist es. Das ist alles gewöhnungsbedürftig und sollte somit geübt werden. Zwar erst einmal im stillen Kämmerlein, aber durchaus laut. Sprecht die Funksprüche nicht nur in Gedanken, sondern übt sie real. Das spart den einen oder anderen Schweißausbruch in der Prüfung. Ich kenne da einen, der einen kennt und der weiß, wovon er redet.

Die Belohnung!

Nicht zu vernachlässigen sind auch die Fragebögen. Rechtzeitig (gleich zu Beginn!) damit begonnen, wird es einfach. Im SRC-Bogen darf man fünf Fehler machen; das ist wirklich human und relativ leicht zu bewältigen. Aber tatsächlich nur, wenn man nicht erst zwei Tage vor der Prüfung damit anfängt. Etwas tückisch ist die UBI-Ergänzungsprüfung. Ein Fragebogen mit 10 Fragen, wirklich einfach. Wenn da nicht die zahlreichen Fragen nach irgendwelchen Bestimmungen wären, die entweder in der Binnenschifffahrtsordnung – oder doch in der Binnenschifffahrt-Sprechfunkverordnung – zu finden sind? Und wie heißt doch gleich dieses regionale Abkommen, in dem sich zahlreiche Unterzeichnerstaaten über die Bestimmungen im Binnenschifffahrtsfunk in Europa geeinigt haben? Richtig: RAINWAT. Wenn Ihr das alles wisst, dann sind die 10 Fragen kein Problem. Solltet Ihr da aber noch die eine oder andere Wissenslücke haben, empfehle ich: lernt! Denn von den 10 Fragen müsst Ihr acht richtig ankreuzen. Und bei zwei Fragen nach einem Abkommen und einer nach den Funkkreisen im Binnenschifffahrtsfunk, kann es schnell dunkel werden.

Aber hey: Die Funkscheine sind keine Raketenwissenschaft und natürlich ist das alles zu schaffen. Die Frage ist: kann ich mich darauf zuhause vorbereiten und mich dann selbst zur Prüfung anmelden oder sollte ich es in (m)einem Verein machen? Wer ohnehin in einem (Wassersport-)Verein Mitglied ist: unterstützt den Verein und macht die Prüfung dort! Das ist zwar (meistens) teurer, aber es kommt dem Verein zugute. Und damit auch wieder Euch.

Daumen hoch!

Doch nicht immer ist der Unterricht dort auch das viele Geld wert. Denn ein herunterbeten des Lehrstoffes, den Ihr so auch selbst eins zu eins im Lehrmaterial nachlesen könnt, ist kein Unterricht. Da kann man Glück haben mit den Ausbildern, muss man aber nicht. Macht man sich selbst einen Lehrplan und büffelt im stillen Kämmerlein, kann man die Prüfung auf alle Fälle auch im Selbststudium erfolgreich vorbereiten. Wichtig ist nur, die praktische Prüfung und die damit verbundene Bedienung des Funkgerätes nicht zu vergessen. Es gibt eine App (SRC-Tutor App, Android), die ein obligatorisches Prüfungsfunkgerät simuliert. Die ist kostenlos und funktioniert zu 90 Prozent. Einige wenige Dinge könnt Ihr damit nicht üben (das Auslesen einer Distress-Message z. B.) und es gibt auch hin und wieder Hakler im Programm. Doch im Prinzip reicht die App völlig aus, um die Prüfung zu bewältigen. Auf praktische, prüfungsvorbereitende Tipps durch die Ausbilder muss man im Selbststudium natürlich verzichten. Das ist dann halt nur mit Wissen zu kompensieren …

 

 

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