Batterielader, oder was?

Kabel rein …

Gestern schloss ich meine drei Batterien wieder an, die ich während der Installation des Landstroms im heimischen Keller geladen und aufbewahrt hatte. Ich wollte feststellen ob meine Theorie, welche Batterie wofür gedacht ist, halbwegs stimmen könnte. Doch dazu kam es gar nicht erst, denn alle Lichter blieben aus und auch kein Tropfen Strom erreichte das Steuerpult. Halt, ein Tröpflein kam durch: Die Bilgenpumpe hängt direkt an der Backbordbatterie. Denn dieser Schalter am Steuerpult leuchtete und die Bilgenpumpe ließ sich auch schalten. Sonst nichts, nada, nothing usw. Keine Zündung, kein Licht in der Pflicht, keines in der Kabine, kein Radio, kein Funkgerät. Alles tot …

Nachdem die Schockstarre, mit anschließender Verzweiflung, zahlreichen Flüchen und Verwünschungen des Seelenverkäufers gewichen war, beschloss ich, diesen sinnfreien Zustand mit einer Tasse Kaffee – den ich aus der Kaffeemaschine zapfte, die an der wunderbar funktionieren 230V-Stromversorgung angeschlossen ist – zu beenden. Und nachzudenken. Ich hatte doch bisher einfach nur alle ollen 110V-Geräte entfernt und deren Kabel (zumindest größtenteils) entsorgt. Der Trafo kann unmöglich für den 12V-freien-Zustand des Bootes verantwortlich sein: Da führte nur ein Flachkabel vom alten Landanschluss rein und eines wieder heraus, was zum ehemaligen Control-Panel in der Kabine wanderte. Und von dort zu diversen 110V-Geräten und Steckdosen. Ein geschlossenes System, hatte nichts mit dem 12V-Stromkreis zu tun.

Um allerdings den 110V-Batterielader entfernen zu können, trennte ich nicht nur das 110V-Zuleitungskabel ab, sondern auch vier Kabel, die (offensichtlich) dem 12V-Stromkreis zuzuordnen sind: Drei rote (ergo Plus-) und ein schwarzes (Masse-)Kabel. Meine, hoffnungslos naive, Vorstellung dazu: 110V-Ladestrom rein und drei mal 12V-Ladestrom raus. Je ein rotes Kabel für jede Batterie und einmal eben Masse. Kein Problem, geladen werden sollen die Batterien ja künftig mit einem neuen Ladegerät, das zudem auch noch an anderer Stelle montiert wird. Lass die alten Kabel also ruhig rumliegen, denn – wie Ihr ja sicher schon wisst – man kommt nicht wirklich an den Kabelbaum heran, um sie dort heraus zu nehmen. So dachte ich einst friedlich vor mich hin und vergaß den Vorgang …

… Kabel raus

Bis gestern – und nun versuche ich herauszufinden, warum zum Henker das ausgebaute Ladegerät verhindert, dass dieses Boot nun wieder mit 12V-Strom versorgt wird? Wie kann das sein? KANN das überhaupt sein oder gibt es noch eine Million anderer Gründe, die nun eine Versorgung dieses edlen Gefährts mit Bordstrom verhindern? Als ergänzende Information kann ich noch den Verlauf des Kabelbaumes, vom Steuerpult weg, hinzufügen: Der endet nicht an den Batterien im Motorraum, sondern verläuft (fast unerreichbar) am Rand des Motorraumes. Einmal um den Motor herum. Natürlich zweigen dort immer wieder einzelne Kabelstränge ab und verschwinden im Nirwana. Einige Kabel landen dann sicher auch irgendwo und irgendwie an einer der drei Batterien. Und natürlich zweigten auch die fünf Kabel (einmal 110V rein und dreimal 12V, plus Massekabel, wieder raus) aus diesem Kabelbaum ab – zum und vom Batterielader.

Fest steht: Die Stromzufuhr von den Batterien zum Rest des Bootes wurde unterbrochen. Nahezu komplett. An den Batterienanschlüssen selbst habe ich bisher nichts verändert. Nichts wurde dort abgeklemmt. Was also ist passiert?

Fest steht aber auch: Das Boot ist dicht und hat eine gute Substanz …

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PS: Aktuell bastele ich auch ein wenig an der Optik des Blogs. Es kann also kleinere Störungen geben. Und ja, das Rosa verschwindet 😉

Kommentare

  1. Michael Herrmann meint:

    Irgendwie ist hier ein halber Satz verloren gegangen: …Ladekabel – dann müssen aber auch drei Minuskabel vorhanden sein – oder halt Steuerkabel.

  2. Michael Herrmann meint:

    Eine Möglichkeit: Irgendwo sind (elektrische/elektronische) Trennschalter versteckt, die über die abgeschnittenen Kabel gesteuert wurden. Die Querschnitte sind – zumindest auf dem Foto – zu klein, als dass das die Versorgungsleiter zum Bordnetz oder zum Motor gewesen sein könnten. Entweder es waren Ladekabel – dann müssten jedoch auch drei Minuskabel vorhanden sein
    Möglicherweise. Aber wahrscheinlich wirst Du ja den wahren Grund durch Messen finden.

  3. Michael Herrmann meint:

    Ich schätze, dass da irgendwo ein oder mehrere Batterietrennschalter installiert sind. Indiz: Bilgenpumpen und Funk laufen allgemein nicht über die Trennschalter, sondern dürfen – entsprechende Absicherung vorausgesetzt – direkt an eine Batterie angeschlossen sein. Im Prinzip hilft nur messen. Ich würde von den Batterieanschlüssen ausgehen und versuchen, die Stelle einzugrenzen, wo die Spannung verschwindet – damit dürfte man auch die verborgenen Schalter eingrenzen können. Du kannst mir aber auch gerne eine Mail schicken oder mich anrufen, wenn du nicht weiter kommst.

    • Danke, lieber Michael, das werde ich so machen. Hoffentlich muss ich nicht anrufen O_O

      Aber – typisches Wort für einen Bastler wie mich, oder? – ich habe keine Trennschalter angefasst! *Ich schwör* Von alleine schalten die sich doch nicht an oder ab?! Ich habe nur die Batterien rausgenommen und wieder reingetan – und eben den Batterielader …

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